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Vorversuche zum Eintaktmotor

Innovative Anregungen kann man ggf. mit mit großen finanziellen Aufwand zum Leben erwecken. Mit einem zu kleinen finanziellen Polster, kann man zwar eine Innovation als Patent festmachen. In diesem Falle dient dann die Innovation als Wegweiser.
Wenn eine veränderbare Idee vorliegt, bei der mehrere Funktionen geklärt werden müssen, so wie es beim Eintaktmotor der Fall ist, kann dies durch Vorversuche mit geringem Aufwand geschehen.
Die Überzeugung auf den richtigen Weg zu sein, reift dann mit den Versuchen..

Für die praktische Weiterarbeit sparen derartige Versuche viel Startarbeit.
Im Falle Eintaktmotor beispielsweise  wurde so die Explosionsverbrennung in einem heißen Zylinder unter verschiedenen Druck- Bedingungen getestet.
Zünd- Probleme, die bei niedriger Verdichtung zu erwarten waren, konnten unter veränderlichen Bedingungen durch den Zusammenprall der Gemischmengen in einem Zylinder bei unterschiedlichen Temperaturen  beurteilt werden. Die Zuverlässigkeit der Zündung  konnte durch Hochleistungszündkerzen verbessert werden.
Der einzuschlagende Weg war klar erkennbar, d.h. es war zu erkennen, wie man es nicht machen darf.

Selbst einfachste Versuchsaufbauten liefern brauchbare Resultate und Entscheidungshilfen.
Vorrichtungen montiert auf Werkzeugmaschinen sind in Verbindung mit anderen Geräten der ideale kostengünstige Grundstock. 
Pressen, Schweißtransformatoren, Gebläse, Schwebekegel- Meßgeräte und Kraftstoff-Portionierungsgeräte usw. geben dann am Ende einen relativ guten Überblick über den Versuchsverlauf.
Bevor es bei der Eintaktentwicklung zur Patentanmeldung kam, wurde die kritischen Funktionen auf diese Art getestet.

1 Zünd- Verbrennung- und Explosionsversuche wurden in einem von außen elektrisch beheizten Zylinder mit einer Zündkerze und mit   Doppelzündkerzen   durchgeführt, wobei (Die Transistiorzündung gute Resultate ergab).
a) Drücke zwischen  1 – 6 bar mit Propangas , Dieselöl , Pflanzenöl, mit Pflanzenöl und Benzingemisch, durch eine Pipette dosiert, und wurden der Verbrennungsfrischluft unter vorgegebenen Druck aus dem Windkessel zudosiert.
b) Der Zusammenprall bei der Ladung wurde mit- und ohne Wirbel  getestet.
c) Zündung bzw. Zündfähigkeit eines Gasstroms bei hoher - und niedriger Strömungsgeschwindigkeit wurde ermittelt. das Resultat wurde ausgewertet.  D.h. die Zündung kurz vor dem Druckausgleich bei der Ladung wurde getestet.
d) Ladekanal- Durchmesser und Beschleunigung an einer ruhenden Gassäule Luft bzw Gassäule wurden unter verschiedenen Drücken durchgeführt. Das Ergebnis war bei einem 15mm Durchmesser weniger befriedigend, dagegen stellte sich heraus, ein 20mm Ladekanal war ausreichend.(Bei gößeren Durchmessern sind keine Probleme zu erwarten.
e) Mit Zündkerze und Doppelzündkerze wurde bei verschiedenen Zündkerzen-Leistungen bzw. Funkenleistungen die Zündfähigkeit festgestellt.Siehe Transistorzündung.
f) Zündversuche mit Pflanzenöl und statt Methan, mit Propangas wurden so mit guten Ergebnissen getestet .

2 Die Messung der gasförmigen Verbrennungsrückstände konnten nur duch Dräger Gas -Meßröhrchen-Röhrchen erfolgen. Die festen Rückstände (Ruß) durch weiße Filter ermittelt werden.
a) Glühversuche an diesen Rückständen bis zum veraschen wurden gemacht.
b) Haftversuche von  Rückständen mittels Castolin Beschichtungsbrenner wurden mit äußerster Sorgfalt mit einem Castolin Beschichtung - Azetylenbrenner unter höchsten Temperaturen durchgeführt. 
c) Es wurden Beimengung von, Keramikpulver - Emailmischungen - Metallpulver und Mischungen bis zum Kunststoffen wie Teflon erprobt. (Zwei mit unterschiedlicher Geschwindigkeit laufende Walzen sollten beschichtet werden, was aber nicht gelang. Durch die
unterschiedlichen Umfangsgeschwindigkeiten der Walzen- Naben,  konnte man darauf schließen, dass eine Selbstreinigung im Motor stattfindet.

3 Bei den Versuche zum Lager- und Zahnradspiel wurden  federbelastete Zahnräder  (Doppelzahnräder) Schrägverzahnung, Kugellager, Doppelkugellager, Gleitlager getestet. Es ist zu erwarten, dass Gleitlager nur bei unsymmetrischer Lagerbelastung nötig werden könnten.
Die Schmierung über den Kraftstoff, Diesel und Bioöle wurde getestet, wobei die Bioöle gut abschneiden, wenn sie erneuert werden. Wichtig bei der externen Gemischladung über das seitliche Synchron - Zahnradgetriebe.

4 Lagerabstände,  Wärmebrücken, Wärmedehnungen, nahmen weitere  Versuche  ein. Hier  Erfahrungen aus dem Formen und Heißkanalbau berücksichtigt.

5 Oberflächentemperaturen (Abstrahlung der Isolation) Auch hier wurden alte Erfahrungen aus dem Formen und Heißkanalbau berücksichtigt. Die Werte Wurden aus vorhandenen Tabellen entnommen

6 Zündwilligkeit von strömenden Gemisch wurde ermittelt (Zündzeitpunkt) diese Versuche ergaben bei niedrigen Drücken gute Zündmöglichkeiten bei Strömungsruhe. Diese Versuche gründen auf einen rekuperativen Propanbrenner.

7 Die Belagbildung an zwei sich gegeneinander drehenden walzenförmigen Körpern  mit unterschiedlicher Umfangsgeschwindigkeit bei verschiedenen Temperaturen wurde sehr eingehend untersucht. Drehkörper die bis auf ca.800°C(helle Rotglut) erwärmt wurden, waren von Zugaben beim Kraftstoff abhängig..
Die Körper wurden im Versuch elektrisch oder durch eine Brennerflamme beheizt. Der Belag wurde simuliert, indem durch Aufsprühen von Diesel- und Pflanzenöl, durch Ruß und in einer Kugelmühle gemahlene Ölkohle, mit und ohne Metallpulver zugegeben wurden. Durch Zumischungen konnte das Verhalten beobachtet werden. Es wurden Emailgrundstoffe erprobt um die Haftung an den Drehkörpern zu verbessern.

8 Die Versuche wurden erweitert um - Glühschichten an verschiedenen metallischen und keramischen Oberflächen herzustellen, poröses Siliziumkarbid brachte sehr gute Ergebnisse.
Rückstände nicht sofort zu Asche zerfielen. (Das ist für den späteren wartungsfreien Betrieb wichtig ist). sollten katalogisiert werden.

9 Selbstreinigung der Drehflügel in den Einlauf in die Ausnehmung der Sperrwalzen wurden eingehend  getestet bevor die Patentanmeldung erfolgte. Die Form der berührungslos laufenden  Drehflügel brauchte nicht geändert werden.

10  Auswirkungen der <rekuperativen>Erwärmung von verdichteter Luft oder verdichtetem Gemisch ermittelt. Verbrennungen in einer Umgebung von bis zu 1000°C sind möglich.

11  Axiale Abdichtungs- Verkrustungsversuche am Verdichterdrehkolben mit Bioölen (Speiseölen) getestet. Die Vorrichtung wurde  bis ca. 220°C und höher elektrisch beheizt.

12  Die Sandwich - Bauweise durch lasergeschnittene oder gestanzte und zusammengesetzte Blechelemente eingehend getestet. Siehe dazu: < Sandwichelemente> . In der praktischen  Anwendung geht die Tendenz zur <Dünnwandtechnik>.

Das sind nur einige Versuchsschritte von vielen, die vor der Patentanmeldung die Entscheidung anstanden.

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